Ehrliche Steuerzahler, schlampiges Finanzamt

Erschreckende Zustände! Heute habe ich eine Beschwerde an das Finanzamt geschrieben. Wir Bürger, fleißig arbeitende Wertschöpfende und ehrliche Steuerzahler müssen unsere Rechte und Verbesserungen einfordern. Der Staat ist für die Bürger da und nicht umgekehrt.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte am 01.03.2026 meine Einkommenssteuervorauszahlung i.H.v. […] Euro zu meiner freiberuflichen Tätigkeit als Übersetzerin und Dolmetscherin für alle Quartale des Jahres 2026 vorab überwiesen, damit ich es im Laufe des Jahres nicht vergesse (und somit keine Säumnisgebühren zahlen muss) und weniger operativen Aufwand habe. Ich denke, dass dadurch auch das Finanzamt viermal weniger Aufwand haben würde, weil es nur eine Buchung pro Jahr statt vier vornehmen müsste. In Ihrem Vorauszahlungsbescheid steht lediglich „es sind zu zahlen bis zum … […] Euro“ und nichts Weiteres. Davon mache ich im weiteren Sinne Gebrauch.

Das Finanzamt hat mir nun am 24.04.2026 den Restbetrag i.H.v. […] Euro für die drei Quartale des Jahres 2026 zurücküberwiesen. Diegleiche Situation hatten wir auch letztes Jahr in 2025. Damals wurde mir vom Finanzamt mitgeteilt, dass es sich um ein Versehen handelt. Ich habe jedoch inzwischen den Eindruck, dass es sich um die strukturelle Dysfunktion und Inkompetenz des Finanzamtes handelt.   

Aufgrund dieser schlechten Arbeitsweise des Finanzamtes muss ich mich nun umständlich um die Aufklärung des Falls kümmern, den Betrag i.H.v. […] Euro noch einmal überweisen, alles intern dokumentieren und sonstigen Aufwand betreiben. Die Bearbeitung dieses Falls hat bei mir mindestens eine halbe Arbeitsstunde ausgelöst. Wenn ich diesen Aufwand mit meinem üblichen Honorar vergüten lassen würde, würde ich dem Finanzamt eine Rechnung i.H.v. […] Euro netto stellen bzw. diesen Betrag von dem zu zahlenden Betrag der Einkommenssteuer abziehen. Das beantrage ich hiermit [just for fun 😉 mal sehen die Antwort]. Denn ich als Steuerzahlerin musste auch schon mal Ihre Säumnisgebühr zahlen, weil ich die Umsatzsteuer genauso wie Sie „aus Versehen“ lediglich drei Minuten „zu spät“ überweisen habe.

Dieser Zustand ist besonders besorgniserregend, denn das Finanzamt arbeitet mit unseren Steuergeldern und seine Fehlertoleranz müsste bei Null sein. Die Praxis sieht aber anders aus. Es gibt viele Berichte über die gravierend schlechte Arbeit des Finanzamtes, die dem Gemeinwesen und dem Vertrauen an den Staat nachhaltig schadet.

Bitte machen Sie Ihren Job richtig! Dafür werden Sie von uns Steuerzahlern bezahlt. Das verlange ich persönlich als Bürgerin und fleißige und ehrliche Steuerzahlerin vom Staat und dem Finanzamt.

Mit freundlichen Grüßen

Gulira’no Maripova“

Alfter, 26.04.2026